Wissensgesellschaft

„In jeder Gesellschaft sind 4 Faktoren notwendig um die gesellschaftliche Versorgung sicherzustellen: 1. Boden, 2.Wissen, 3. Arbeit, 4. Kapital“

So sah die Einleitung in das oben vorgestellte Thema aus und bevor es wirklich um die Wissensgesellschaft geht, ist es aufklärend, sich dieses Zitat einmal genau anzuschauen.

Klar: Um irgendwas zu produzieren, muss man es in der Natur vorfinden (Boden), wissen was man daraus fertigen will (Wissen) und dann, per Arbeit, zu dem formen, was es werden soll (Arbeit). Das ist immer so und liegt in der Natur der Sache.

Wenn die Liste aber noch um Kapital erweitert wird, liegt da ein Fehlschluss vor, der zu erklären ist, trotzdem aber nunmal falsch ist.

Weder in der Höhlenmenschen Gemeinschaft, noch bei Naturvölkern, spielte Geld eine allzu große Rolle, teilweise war es auch gar nicht existent.

In dieser Gesellschaft scheint es jedoch so, als ob Geld dazu gehört, wenn man irgendwas anstellen will. Schliesslich kann man die Holzplatten aus dem Baumarkt nicht einfach nehmen, die Werkzeuge auch nicht, sondern muss sie bezahlen. Es bedarf also Geld um Arbeit zu verrichten. Geld ist jedoch mehr als ein Produktionsfaktor, es ist in der modernen Gesellschaft gerade auch der Grund, warum gesellschaftliche Versorgung flach fällt.

Wenn der Zweck einer Produktion der ist, dass aus einer bestimmten Summe Geld mehr Geld gemacht werden soll, passiert nämlich folgendes:

Dann stellen die Menschen, die über genügend Geld verfügen Menschen ein, um für sie zu arbeiten. Diese Arbeit hat dann unter der Bedingung stattzufinden, dass sie Profit abwirft, ansonsten findet sie nicht statt. Da kann es noch so dringend sein, erdbebensichere Häuser zu bauen, wenn mit dem Hausbau kein Gewinn zu erwirtschaften ist, dürfen beim nächsten Erdbeben wieder etliche Menschen sterben.

Dann findet gesellschaftliche Versorgung nur dort statt, wo für die produzierten Güter auch ein Preis bezahlt werden kann, der den Gewinn garantiert. So dürfen sich die Menschen in Afrika zwar darüber freuen, dass auf ihrem Gebiet ziemlich viel Nahrung hergestellt wird, fressen dürfen das nur diejenigen, die auch dafür bezahlen können. Eher wird es in Butter und Milchseen ertränkt, um den Preis stabil zu halten, anstelle es den Hungernden zukommen zu lassen.

Also ist in Gesellschaften, in den Kapital existiert, die gesellschaftliche Versorgung eine schöne Umschreibung dafür, dass jeder in der Gesellschaft gucken kann ob er sich versorgen kann, sprich ob mit seiner Arbeitskraft ein Gewinn zu erzielen ist, ansonsten darf er verrecken oder sich staatlicher all-round-Luxuspaketen wie Hartz 4 oder vergleichbaren sozialen Ekelhaftigkeiten (falls überhaupt existend) erfreuen. Und nur so können Hungertote, leerstehende Fabriken, brachliegende Felder und Überfluss an Autos, Essen, usw. nebeneinander existierenn, nämlich wenn alles was kein Profit abwirft auch nicht interessiert.

Am augenfälligsten wird der Schwachsinn doch im Angesicht einer Finanzkrise, wo die Spekualtion mit Geld dazu geführt hat, dass gesellschaftliche Versorgung ziemlich ins Stocken gekommen ist.

Aber nun zur Wissensgesellschaft diese sollen 3 Punkte auszeichen, die ich einfach mal zu zweien zusammenkürze:

1.Wissen hat den größten Wertanteil an einem Produkt

2. + 3. Wissen ist Quelle und Indikator sozialer Ungleichheiten

1.) Es ist ja erst einmal zu klären was das überhaupt ist, der Wert einer Ware.

Der Wert einer Ware ist in jeder Ware enthalten und macht sie austauschbar. Wenn er also in jeder Ware vorhanden ist, so muss er etwas sein, was gerade von der Besonderheit der Ware absieht. Wenn also drechseln wertschafend wäre, so ließe sich beim besten Willen nicht der Wert einer Birne erklären, oder der eines Baumwollpullover.
Das einzig mögliche was überbleibt, wenn man alles spezifische der Ware ausschliesst, ist die pure Verausgabung von Hirn, Nerv und Muskeln, die reine Arbeit überhaupt, die verwandt wurde um den Gegenstand zu pflücken, zu schmieden oder sonstewas mit ihm zu tun. Mithilfe dieser Reduktion lässt sich überhaupt die mathematisch unlösbare Gleichung y Äpfel = x Tische lösen, nämlich:

x Tische = z Stunden Arbeit zur Herstellung von Tischen = z Stunden Pflücken von Äpfeln= y Äpfel

Diese Gleichung gilt natürlich nicht so ganz, da wenn ich herumlunger und in 4 Stunden nur 4 Äpfel pflücke, den Rest der Zeit Apfelschnapps trinke und wandern gehe, sind meine 4 Äpfel nicht das gleiche wert, wie die 1345 Äpfel die mein fleissiger Kumpan in den 4 Stunden gepflückt hat. Also muss man die obige Gleichung bzw. die Bestimmung der Arbeit darauf eingrenzen, dass die Arbeit gesellschaftlich durchschnittlich ist. Ausserdem muss sie gesellschaftlich notwendig sein, da Arbeit, die ich darauf verwende Blumekohl mit Staub zu verfeinern, ein Produkt hervorbringt, dass niemand, der bei Trost ist, haben will.

Wenn also die abstrakt, durchschnittliche, gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit der Schöpfer des Wertes ist, wie soll denn da jetzt das Wissen als größte Größe reinspielen. Ist dem Preis einer Bluse anzusehen ob sie mit modernster Technik gefertigt wurde oder mithilfe von ausgebeuteten Näherinnen in Kenia? Ist es nicht sogar so, dass wenn eine Maschine teurer ist als Billiglöhner, auf sie verzichtet wird und stattdessen die indischen Menschen sich über Scheissjobs freuen dürfen? Wäre dies nicht blöd, wenn doch gerade das in der Maschinerie vergegenständliche Wissen den größten Anteil am Wert ausmacht? Offensichtlich nicht, denn die Betreiber von Adidas und Co scheinen damit recht gut zu fahren.

Wem diese Ausführung zu kurz kommt, der sei auf den old-schooler schlechthin für solche Fragen hingewiesen, Das Kapital von Karl Marx, auch online zu lesen unter http://www.mlwerke.de/me/me23/me23_000.htm

Zu 2. und 3. die Sache mit der sozialen Hierachie

Die Sache ist schlicht falsch und gehässig. Als ob es in der Hierachie, darauf ankommen würde, was man weiss. Bundeskanzler und Fabrikbesitzer wird man durch ganz andere Sachen als einen Master in irgendeinem Fach.

Hier kommt es erst einmal darauf an ob man Geld hat oder nicht, die ersteren können strunzdumm sein und haben trotzdem die ziemliche Gewissheit gut wegzukommen. Sie brauchen nix zu wissen, sie stellen Manger ein, die ihr Geld vermehren und können genüsslich von Zinsen oder Gewinn leben. Meines Erachtens nach stehen die ja wohl auch in der Hierachie weit oben.
Für Leute, denen dafür das nötige Geld fehlt, ist der Spruch auch nicht wahr. Da kann man noch so schlau sein und noch so viel studiert haben, manchmal ist mehr als Taxifahrer nicht drin. (An dieser Stelle sei darauf verwiesen, dass im Verlauf des Blogges auf den Unterschied von Wissen und Bildung noch eingegangen wird, als ob alles in Universität und Schule vermittelter Bildungsinhalt eine korekte Beschreibung der Welt wäre) Klar hat man mit Abitur und Studium bessere Karten, ob daraus aber was wird liegt nicht in der Hand der aktierenden Person, sondern in den Händen des Arbeitsmarktes, also ist es abhängig davon, womit Unternehmer sich ausrechnen Gewinn zu produzieren.

Generell ist der Sicht auf Bildung als Hierachie also als Machtkriterium wenig rühmlich für eine Gesellschaft, die sich fortschrittlich nennt. Hier ist es durchaus üblich, dass an Bildung selektiert wird. Es wird den Leuten, die sich schwere tun den vorgesetzten Stoff zu kapieren, nicht nur das zukünftige Arbeitsleben stark eingeschränkt, sie werden zusätzlich noch von weiterer Bildung ausgeschlossen. Wer nur einen Hauptschulabschluss hat ist doppelt gearscht, erstens kann er nur schlechtere Jobs annehmen, andererseits kann er es sich knicken mal in Ingenieursstudiengänge oder ander reinzuschnuppern. Für ihn ist Schluss mit lustig. Dieses Resultat darf er im Nachhinein verändern, Abendschule und ähnliche Möglichkeiten sidn ihm nicht verbaut, aber dass die Schule dafür sorgen würde, dass alle die sie absolvieren nach 10 Jahren ein Grundwissen über die äussere Welt haben ist nicht drin. Den Haufen dumm-gebildete Menschen kann man schliesslich für all die schäbigen Jobs gebrauchen, die kein anderer tun will.
Die Masse an verfügbaren Arbeitsplätzen, für die schliesslich ausgebildet wird ist ja auch nicht so, dass man es trotz all des Wissens und Fortschrittes darauf verzichten wollte scheiss Arbeitsplätze zu bieten, vielmehr fallen sie genau dann an wenn es profitabel ist. Auch eine nette Auskunft über die Wissensgesellschaft.
Das Wissen dient damit in der Schule gar nicht primär dem, über eine Sache bescheid zu wissen, sondern wird zum Selektionskriterium. 4 Fehler in eienm Vokabeltest sind nicht eine Auskunft darüber, ob jemand die Sache verstanden hat sondern gelten nur im Vergleich zu den anderen Mitschülern/ Studenten. Wenn alle andern 0 Fehler haben kassiert man die 6 und wenn alle andern 10 fehler haben scheinen 4 fehler sehr gut zu sein.
Als Resultat dessen, lernen Schüler auch nicht um den Stoff zu kapieren, sondern um in der Klausur zu bestehen. So kann es auch dazu kommen, dass Leute einfach ganze Texte vorher auswendig lernen und die dann in der Klausur hinschreiben. Der Klausur sieht man es auch gar nicht mehr an, wie das Resultat zustande gekommen ist. So ist es ein beliebter Schülersport zu spicken oder ander Methoden zu benutzen um möglichst nicht zu lernen.

All das wirft ein ziemlich merkwürdiges Bild auf eine Gesellschaft die sich Wissensgesellschaft schimpft. Wissen hat nur dann seine Berechtigung, wenn es entweder ökonomisch verwertbar ist oder den Staat und die von ihm betreute Gesellschaft gut aussehen lässt. Dass zweiteres nicht nützliches Wissen ist, sondern ideologische Verklärung der Welt darstellt, gilt es noch in weiteren Posts einzuholen.

Wer sich unter Wissensgesellschaft also ein friedliches Lernen und kollektives Profitieren vom erworbenen Wissen vorstellt läuft in der kapitalistischen Gesellschaft mit seinen Vorstellungen vor die harte Wand der Realität.

Einleitung

Die Soziologie ist eine äusserst wichtige und moderne Wissenschaft, so Vertreter der Soziologie.

Es soll auf diesem Blog geprüft werden, wem sie eigentlich nützt und was für Irrungen und Wirrungen eigentlich ihr Produkt sind.

So wird hier versucht, anhand von Zitaten aus Vorlesungen, eine Kritik zu äussern, die den Unsinn dieser Wissenschaft zeigt und gleichzeitig erklärt wie dieser Unsinn gewollt ist und produktiv Ideologien aufbaut, die zwar nicht erklärend, dafür dieser Gesellschaft höchst dienlich sind.